Kreistag Fußballkreis Bad Kreuznach

Beim Antrag des SV Winterbach auf dem Kreistag des Fußballkreises Bad Kreuznach am Samstag, 9. April 2016, in Merxheim die Jugendordnung (§ 5 Nr. 1 – Einteilung der Altersklassen) für den Juniorinnenspielbetrieb nicht mehr ganz star zu behandlenkam in der 3,5-stündigen Veranstaltung etwas Leben in die Bude. Lief es zuvor nach 58 Minuten Grußworten udn zahlreichen Ehrungen und der Verabschiedung des scheidenden Kreisvorsitzenden gewohnt beschaulich, musste ganz zum Schluss  die Abstimmung ausgezählt werden.

Und es war knapp!!! Nur weil Monzingen vorher wegmusste, fehlten diese Stimmen am Ende.

 

Ein paar statistische Zahlen vornweg:

Im Fußballkreis Bad Kreuznach haben 2015 199 Mannschaften für den Jugendspielbetrieb gemeldet. Bei den Aktiven gibt es im Fußballkreis noch 115 Vereinen (ganze 57 nahmen am Kreistag teil), die 100 Mannschaften im Spielbetrieb haben.

Von 199 Jugendteams im Kreis (seit 2008 insgesamt um fast 50 Mannschaften gesunken) sind es aktuell ganze 5 Mädchenmannschaften, bei den Frauen sieht es nicht viel besser aus, dort sind 7 von 100 Mannschaften, sofern man die SG Waldlaubersheim/Münstersarmsheim mitzählt.

1 D-Juniorinnen-Mannschaft des FSV Bretzenheim spielt nach Rheinhessen. Bei den B-Juniorinnen gibt es an der Nahe noch insgesamt 10 Mannschaften. Und die sollten eigentlcih altersgemäß 11 gegen 11 auf Großfeld spielen. Die AUsnahem sind formal 9er-Teams. Doch auch das funktoniert an der Nahe nicht. Stattdessen wird 7 gegen 7 auf Halbfeld gespielt. Wöchentlich Spiele verlegt, da der Kader der meisten Teams kaum mehr als 10 Spielerinnen der Altersstufen U17,U16, U15 und U14 umfasst.

Ziel des SV Winterbach ist es, Jugendspielerinnen, die ansonsten keine Spielmöglichkeit außerhalb eines gemsichten Spielbetriebs mit Jungen haben, - auf Antrag - die Möglichkeit einzuräumen, in Ausnahmen über mehr als zwei Altersklassen hinaus an einem höhren Juniorinnenspielbetrieb teilzunehmen.

Schon Landrat Franz-Josef Diel sagte in seinem Grußwort, dass es Gebot sein müsse die Jugend in einem immer schwieirgeren geselslchaftlcihen Umfeld zu gewinnen. den Fußballsport als bestes Integrationsmittel zu nutzen.

NUR führen die derzeitgen Bestimmungen perspektivisch dazu, dass potenzielle Spieler unn Spielerinnen vom Fußall ausgeschlossen werden. Zumindest die Vereine sollten das nicht wollen.

Selbst SWFV-Präsident Dr. Hans-Dieter Drewitz unterstrich, dass alles getan werden müsse, um die Jugend dem Fußball zu erhalten. Denn auch er weiß, die Alternative ist, dass sie gar nicht mehr spielen.

Dies sollte nicht die übrigbleibende Lösung sein! Also muss man alles unternehmen, um gerade in strukturschwachen Gebieten, den Frauen- und Juniorinnenfußball auf so breite Füße zu stellen, dass er erhalten bleibt.

Konkret geht es um die Freigabe, dass D-Jugendliche, die nicht mehr bei den Jungs spielen wollen oder aus familiären oder persönlcihen Gründen dies nicht können oder dürfen, die Chance zu geben bereits als U12- oder U13-Spielerinnen in einer B-Juniorinnenmannschaft mitzuspielen.

Nach einer knapp 10-minütigen Gegenrede des Frauen- und Mädchenwartes Jürgen Marx, in der er alle Errungenschaften und Möglichkeiten eines altersgemischten Spielbetriebs erläuterte, ohn auf die wahren Probleme des extrem Rückläufigen Frauen und Juniorinnenspielbetriebs und dessen Ursachen einzugehen, viel weniger mögliche Lösungen von Verbandsseite aufzuzeigen kame es zur Abstimmung:

Bei 140 Ja-, 40 Enthaltungen, weil der liebe Kollege aus Monzingen zum Frauenspiel musste und keiner mehr zur Stimmabgebae da war, 3 ungültigen Stimmen und 134 Gegenstimmen ging der Antrag (s.u.) entgegen der Hoffnungen des Establishments unerwarteter Weise durch.

Und ein ergänzend noch  Ausflug in die Vergangenheit: Ellen Venter-Gins hat in ihrer Jugendzeit schon mit Mädchen zwischen 18 und 11 Jahren gespielt und deswegen nicht aufgehört.

 

Schon 2012 kickten Darleen Walloch und Lusia Herrmann als E-Jugendliche zwei Altersklassen darüber bei den C-Juniorinnen mit. Und heute 2016 sind beide die Stammverteidiger des Tabellenführers in der Landesliga Nahe der D-Junioren. Angst vor Größeren hatten die beiden Mädels nie.

 

Der Antrag lautet:

Der Verbandstag möge am 9. Juli beschließen:

Der obengenannte Verein beantragt eine Ergänzung des $ 5 Nr. 1 der Jugendordnung

 

Neuer Wortlaut:

 

Ein Jugendspieler kann nur in seiner oder der nächst höheren Altersklasse spielen.

Eine Spielerin der Juniorinnen kann (– sofern keine Alternative für einen altersgerechten Spielbetrieb besteht –) darüber hinaus auf Antrag in einer Juniorinnenmannschaft der beiden nächsthöheren Altersklassen eingesetzt werden. Die Absätze 10 und 11 bleiben hiervon unberührt.



Bisheriger Wortlaut:

Ein Jugendspieler kann nur in seiner oder der nächst höheren Altersklasse spielen.

Die Absätze 10 und 11 bleiben hiervon unberührt.



Begründung:

Nach den bisherigen Regelungen können bei den B-Juniorinnen nur Mädchen spielen, die der Altersklasse der C-Juniorinnen angehören. Ein regulärer Spielbetrieb in 11er-Mannschaft oder ausnahmsweise 9er-Mannschaften ist inden Fußballkreisen an der Nahe schon länger nicht mehr sicherzustellen. Selbst die Sonderregelung mit 7er-Mannschaften auf dem Halbfeld gegeneinander anzutreten, ist kaum sicherzustellen.

Spielermangel und Abmeldungen sind die Folge und damit auch die Zukunft des Frauenfußballs insgesamt an der Nahe.

Zudem gehen dem Fußball Spielerinnen in der Altersklasse der D-Juniorinnen verloren, die mit dem Übergang in die Pubertät, aus unterschiedlichsten Gründen, nicht mehr in altersgemischten Mannschaften mit Jungs zusammen spielen wollen.

Da sie in der D-Jugend – sofern sie es ablehnen mit Jungs zusammen zu spielen – ansonsten keine Spielmöglichkeit mehr haben, ist die Gefahr sehr groß, dass diese Jugendlichen dem Fußball und dem Vereinssport gänzlich verloren gehen.